Virtuelles wissenschaftliches Kamingespräch

Am 24. Februar 2021 fand der erste Virtuelle wissenschaftliche Kaminabend statt, zum Auftakt mit einem Vortrag „Statistik und die Macht von Daten – Spielräume für Interpretationen?“

Referent war Herr Prof. Dr. Thomas K. Bauer. Er hat seit 2003 den Lehrstuhl für Empirische Wirtschaftsforschung an der Ruhr-Universität Bochum inne. Zudem ist er Vizepräsident des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, das ökonomische Entwicklungen und deren Ursachen forscht. Das Institut forscht im Auftrag von und berät Bundes- und Landesministerien sowie zahlreiche Organisationen wie z.B. die GIZ oder die DFG.

Prof. Bauer trug wesentliche Begriffe zum Verständnis von Statistiken vor, zum Beispiel den Begriff der Signifikanz, die Unterscheidung zwischen relativen und absoluten Risiken, zwischen Signifikanz und Relevanz sowie zwischen statistischer und ökonomischer Signifikanz. Er schärfte, mit kritischer Würdigung von Studiendurchführungen und irreführenden Darstellungen, den Blick für die Bedeutung der Validität von Experimenten und damit für das Bewusstsein für eine reflektierte Interpretation von Statistiken – nicht zuletzt für die Verantwortung der empirischen Wissenschaften im Umgang mit Daten und deren Auswahl bzw. Beschaffung. Er erläuterte den Nutzen und die Grenzen von Big Data und des Webscrapings.

Im Fazit rät er jungen Forschenden, sich im Sinne der guten wissenschaftlichen Praxis die wenigen Grundregeln der Statistik sehr zu Herzen zu nehmen. Forschungsergebnisse und Hypothesen müssen immer reflektiert werden, das ist ein Grundsatz der seriösen Wissenschaft.

Prof. Dr. Mathias Bärtl, Professor für Mathematik und Statistik an der Hochschule Offenburg, moderierte die Diskussion. Er betonte die Relevanz von Statistiken als Medium der Realitätswahrnehmung.
Die Veranstaltung wurde organisiert vom Arbeitskreis kooperative Promotion, in dem derzeit das Kooperative Promotionskolleg der Hochschule Furtwangen, der Hochschule Konstanz, die Konanz-Graduiertenakademie der Hochschule Mannheim und die Graduate Academy der Hochschule Offenburg beteiligt sind.